Nikotin

Die Sucht nacht Nikoton- Rauchen- ist weit verbreitet. Der Hauptsuchtstoff ist das Nikotin, das durch Inhalation aufgenommen wird. Was häufig unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass das Nikotin weit giftiger ist als beispielsweise Arsen oder Zyankali. Pro Zigarette werden ein bis zwei Milligramm Nikotin aufgenommen. Ein Raucher nimmt täglich im Durchschnitt zwischen 20 bis 40 Milligramm auf. Wie jedes Gift wirkt auch Nikotin direkt auf den Körper.

Die Wirkung auf das Gehirn

Rund zehn Sekunden vergehen vom Atemzug bis zur Wirkung. Das Nikotin wird beim Rauchen über die Lungen aufgenommen und erreicht danach das Gehirn – die Wirkung erfolgt somit schneller als bei einer Injektion, die direkt in die Blutbahn eingespritzt wird. Im Gehirn selbst bindet es sich an Rezeptoren und bewirkt eine erhöhte Ausschüttung von Dopamin, wodurch sich beim Raucher ein subjektiv empfundendes Wohligkeitsgefühl entwickelt.

Zugleich werden Hirnzentren beeinflusst, die für die Steigerung der Konzentration und der Aufmerksamkeitsleistung zuständig sind.
Es erfolgt weiterhin ein direkter Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Die Folge davon ist eine Anregung des Sympathikus und damit auch der Magensekretion. Gleichzeitig wird die Darmtätigkeit angeregt, sodass positive Auswirkungen auf die Verdauung zu beobachten sind. Zugleich wird Adrenalin freigesetzt. Die Folge davon ist, dass die Herzfrequenz sich steigert. Fette und Glykogen, das Vorratskohlenhydrat des Menschen, werden vermehrt abgebaut. Insgesamt ist demnach der Stoffwechsel angeregt und auch der Hunger ist rückläufig, sodass erklärt werden kann, warum die Raucher während der Rauchentwöhnung oftmals an Gewicht zunehmen.

Körperliche Wirkungen

Eine weitere Wirkung des Nikotins ist die Verengung der Blutgefäße durch die Freisetzung von Vasopressin. Dieser körpereigene Stoff sorgt dafür, dass der Blutdruck ansteigt. Obwohl der Blutdruck steigt, wirkt Vasopressin allerdings auch Antidiuretisch. Dies bedeutet, dass der Harndrang und die Harnmenge insgesamt abnehmen. Problematisch ist zudem, dass sich auch die Blutgerinnungsneigung erhöht. Hierdurch steigt schließlich auch die Gefahr einer Thrombose. Gerade bei Operationen kann dieser Umstand gefährlich werden und ein Problem darstellen.

Körperlich gesehen hat Nikoton auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung. Grundsätzlich steigt mit jedem Zug von der Zigarette die Atemfrequenz an. Zugleich werden die Schmerzrezeptoren wesentlich empfindlicher. Geringe Schmerzreize reichen nun aus, um dem Raucher Schmerz empfinden zu lassen.

Abbau und erneute Zufuhr

Erst nachdem die Wirkung voll entfaltet wurde, wird es schließlich in der Leber zu Abbauprodukten umgewandelt, die dann in die Nieren gelangen und dort mit dem Urin ausgeschieden werden. Nach zwei Stunden verlässt es dann den Körper. Damit der Raucher den Stoff wieder aufnimmt, signalisiert das Gehirn bereits während der Phase des Abbaus, dass der Suchtstoff erneut benötigt wird, sodass es zum erneuten Griff zur Zigarette kommt. Gibt der Raucher diesen Signalen seines Körpers nicht nach, kann es bereits nach kurzer Zeit zu Entzugssymptomen kommen.
 
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