Cannabis

Cannabis (deutsch: Hanf) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Cannabaceae‎ (Hanfgewächse). Arten dieser Gattung enthalten cannabinoide Wirkstoffe, welche mit dem Endocannabinoid-System im menschlichen Nervensystem wechselwirken und so eine relaxierende, sedierende und antiemetische Wirkung erzeugen.

Hauptwirkstoff ist Tetrahydrocannabinol (THC), daneben wird die Wirkung noch von vielen weiteren Stoffen, wie Cannabidiol(CBD) und Cannabinol (CBN), beeinflusst.

Cannabis ist in der Bundesrepublik Deutschland die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Sie findet in vielen verschiedenen Zubereitungsformen Anwendung: Die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Blüten und kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden unverändert als Marihuana konsumiert oder zu Haschisch oder Haschischöl weiterverarbeitet.

Inhalieren - Rauchen

Die häufigste und bekannteste Form ist das Verbrennen, also Rauchen, von Cannabiszubereitungen und das Einatmen der entstandenen Dämpfe. Häufig werden dafür die getrockneten Blätter und Blüten (Marihuana) der Cannabispflanze verwendet. Dabei gibt es verschiedene Formen, z.B. das Rauchen von Cannabis mit Joints, Blunts, einer Bong oder Pfeife.

Genauso wie das Rauchen von Tabak schädigt auch der Cannabis-Rauch die Lunge und erhöht langfristig das Krebsrisiko.

Die häufige Frage, inwiefern Cannabis-Rauchen schädlicher oder weniger schädlich als Tabak-Rauchen ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Bei vergleichenden Untersuchungen mit medizinischem Cannabis wurde ein 20 mal höherer Ammoniak-Anteil und ein 3 bis 5 mal höherer Anteil an Blausäure, Stickoxiden (NO, NOx) und einigen aromatischen Aminen im Cannabis-Rauch gefunden, hingegen war die Menge einiger polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) im Hauptrauch reduziert.[11] Für das gesundheitliche Risiko spielen allerdings auch noch andere Faktoren eine Rolle, so wird Cannabis in der Regel deutlich seltener konsumiert als Tabak und je wirkstoffreicher das Cannabis ist, desto weniger wird geraucht. Cannabisrauch wird in der Regel tiefer inhaliert, wodurch mehr Wirkstoff aufgenommen wird, aber auch mehr Schadstoffe in die Lunge gelangen können. In Joints oder Blunts werden oft anstelle eines Zigarettenfilters einfache Pappstücke in dem Mundbereich des Zigarettenpapiers eingelegt. Auch hierdurch wird sowohl die Menge der aufgenommenen Cannabinoide und als auch der Schadstoffe erhöht.

Letztendlich bleibt aber der wesentliche Unterschied zwischen Cannabis und Tabak, dass Cannabis cannabinoide Wirkstoffe enthält und Tabak das stark suchterzeugende Nicotin.

Beim Rauchen von Straßen-Cannabis können Streckmittel das Gesundheitsrisko erheblich erhöhen.

Psychologische Wirkung

Die akute psychoaktive Effekte von Cannabis, auch als High-Gefühl bezeichnet, können je nach Person, Wirkstoff-Anteil und -Verhältnis, momentaner körperlichen und psychischen Verfassung, Erfahrung mit der Droge sowie Umfeldbedingungen sehr unterschiedlich sein. Auch bei demselben Mensch kann die Wirkung der gleichen Zubereitungs-Dosis zu verschiedenen Zeitpunkten variieren, aufgrund von unterschiedlichen Wirkstoffkonzentrationen, einer möglichen körperlichen Toleranzentwicklung und verschiedenem Set und Setting.

In der Regel wird eine Veränderung des Bewusstseins wahrgenommen, die sich durch assoziatives, sprunghaftes Denken und eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses definiert. Auch die Wahrnehmung der Zeit kann verzerrt sein (die Zeit scheint zum Beispiel schneller oder langsamer umzugehen)

Emotional kommt es zu einer Intensivierung der Gefühlslage, was bei guter Stimmung leicht zu intensiven Glücksgefühlen, Euphorie und etwa einem Lachflash führt, hingegen bei Unwohlsein auch in akuten Panikzuständen und Paranoia resultieren kann. Bei einem guten Set und Setting überwiegen in der Regel die positiven Gefühle und der Cannabisrausch trägt zu einer Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung oder zum Stressabbau bei. In plötzlichen Stresssituationen, z.B. Polizeikontrollen, können Cannabis-Konsumenten z.T. sehr klar sein und für Außenstehende als nüchtern erscheinen.

Es stellt sich oft ein Gefühl von Tiefsinnigkeit (Scheintiefe) und eine intensivere Wahrnehmung ein. Hierdurch sind die Konsumenten besonders empfänglich für Humor, Musik, Kunst, sinnliche und sexuelle Reize. Auch Lebensmittel und Getränkte können intensiver genossen werden, was wohl auch in Zusammenhang mit dem durch die Droge gesteigerten Hungergefühl liegt.

Konsumenten werden oft sehr Redselig und neigen zu kreativem oder philosophischem Denken. Manchmal glauben sie tiefe Einsichten in die Welt gewonnen zu haben, welche aber meist nach dem Rausch vergessen werden, oder als unverständlich bzw. unsinnig erscheinen.

Als Teil der sedativen Wirkung kann es zu einem Antriebsverlust und Müdigkeit kommen. Im Sitzen oder Liegen kann man sich z.T. sehr schwer fühlen, so dass man sich etwa kaum motivieren kann aufzustehen. Viele Konsumenten schlafen bei erhöhten Dosierungen oft einfach ein.

Bei hohen Dosen können auch verstärkte Veränderungen der körperlichen, visuellen und auditiven Wahrnehmung vorkommen. Es kommt oft zu Gleichgewichtsstörungen beim Laufen, weshalb man bei solchen Dosierungen lieber Liegen- oder Sitzen-Bleiben sollte um Stürze zu vermeiden. Die akustische Wahrnehmung kann verzerrt sein, bis hin zu Pseudohalluzinationen, wie dem pulsieren von Techno-Bässen in der Ohren. Visuelle oder thermische Pseudohalluzinationen können bei sehr hohen Dosierungen in einem Deliriumszustand auftreten.

In einigen Fällen kann der Konsum von Cannabis zu akuten Depersonalisations und Derealisations Zuständen führen, solche Effekte können als wünschenswert empfunden werden, wobei auch die Wahrscheinlichkeit einer Panikattacke sowie Angstgefühlen bei ungeübten Anwendern steigt.

Körperliche Wirkung

Einige der kurzfristigen physischen Auswirkungen des Cannabiskonsums sind Erhöhung des Pulses, Mundtrockenheit (Umgangssprachlich auch als "Pappmaul" bezeichnet), Rötung der Bindehaut, Senkung des Augeninnendrucks, Muskelentspannung, gesteigertes Hungergefühl, Müdigkeit bzw. Antriebslosigkeit und eine veränderte Thermoregulation (z.B. erhöhtes Schwitzen).

Bei der Elektroenzephalografie (EEG) wurde bei akuter Rauschwirkung eine stärkere Aktivität der Alpha-Wellen aus den niedrigeren Frequenzen beobachtet, was mit einem entspannten Geisteszustand assoziiert ist.(Alpha-Wellen charakterisieren für gewöhnlich ein Wachbewusstsein bei geschlossenen Augen)

Appetitsteigerung

Das gesteigerte Appetitverlangen als auftretende Nachwirkung nach dem Konsum von Cannabisprodukt ist seit hundert von Jahren dokumentiert und wird in der Populärkultur auch als Munchies bezeichnet. Klinische Studien und Umfragen haben gezeigt, dass Cannabis den Genuss von Lebensmittel stark erhöhen kann. Die Wissenschaft kann die genauen Prozesse der appetitförderden Wirkung nicht genau erklären, gehen aber davon aus, dass Endocannabinoide im Hypothalamus Cannabinoid-Rezeptoren aktiviert, die für die Steuerung der lebenserhaltende Nahrungsaufnahme zuständig sind.Endogene Cannabinoide wurden vor kurzem in Lebensmitteln wie Schokolade und Mensch-sowie-Kuhmilch entdeckt.
 
Quelle: drogen-wikia.com